
Oder: Wer weiß es besser?
Ständig schauen wir über die Grenzen, um uns zu vergewissern, ob wir noch richtig liegen.
- Australien verbietet TikTok? Da rufen die Ersten: „Muss also gut sein! Endlich räumt mal wer auf!“
- Die Schweizer verbieten den Kirschlorbeer? Sofort heißt es: „Die wissen halt, was Naturschutz ist! Muss also gut sein!“
- Und Kuba? Da hört man: „Denen geht es dreckig, das liegt an der Regierung – man darf also die KP auf keinen Fall nochmal wählen!“
Was ist das eigentlich mit „den Anderen“?
Warum brauchen wir immer das Ausland als Bestätigung oder als Abschreckung? Wenn wir etwas gut finden, ist das Verbot im Nachbarland ein „mutiger Schritt“. Wenn wir etwas ablehnen, ist es „Diktatur“.
Vielleicht sollten wir mal kurz innehalten und uns fragen: Was ist eigentlich mit uns? Was ist mit der Realität hier in Graz und in Östereich oder in der EU?
Wir müssen nicht warten, bis die Schweiz uns den Kirschlorbeer verbietet, um zu kapieren, dass eine heimische Hecke mehr Vögel anlockt. Und wir brauchen keine australischen Gesetze, um zu entscheiden, wie viel Zeit wir vor dem Bildschirm verbringen.
Mal ehrlich: Die anderen kochen auch nur mit Wasser (und manchmal brennt es ihnen genauso an wie uns). Wahre Weisheit kommt nicht durch das Kopieren von Schlagzeilen, sondern durch das Hinschauen und Selbermachen vor der eigenen Haustür.
Wir nehmen Verbote und Schlagzeilen aus der Ferne wie Fertiggerichte. Wann haben wir aufgehört, uns mal ordentlich auf den Hintern zu setzen und selbst nachzudenken?
Echte Erkenntnis ist ARBEIT.
- Es ist Arbeit, sich mit einer neuen Generation zu bschäftigen statt mit den eigenen Problemen.
- Es ist Arbeit, sich wirklich mit Ökologie zu befassen, statt nur auf ein VNachbarland zu schielen.
- Es ist Arbeit, die komplexen Hintergründe von Ländern wie Kuba zu verstehen, statt nur Phrasen zu dreschen.
Wir brauchen nicht mehr Leute, die wissen, was „die Anderen“ machen. Wir brauchen Leute, die hier bei uns die Ärmel hochkrempeln, den Verstand einschalten und Verantwortung übernehmen. Und damit mein ich nicht, das man nur im eigene Suppenteller schwimmen soll!
Weniger nachplappern, mehr nachdenken. Weniger kopieren, mehr arbeiten.